3R-Gesundheits-Management

„Tragen Sie „Nichtstun“ in den Kalender ein“ (Iris Hauth)

Am gestrigen Samstag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein lesenswertes Interview mit der Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Frau Iris Hauth, zum Thema Pausen:

das Gehirn braucht Zeiten der Ruhe, um keine psychischen und körperlichen Probleme zu bekommen. Umsetzbare Tipps für den Alltag sind zum Beispiel das Verlassen des Arbeitsplatzes um Pause zu machen, und das Butterbrot nicht vor dem Bildschirm zu essen. Soziale Kontakte mit den Kollegen zu pflegen, und nicht nur über die Arbeit zu reden.

Eine Art Stundenplan für die Freizeit hilft, bewusst Phasen zum Abschalten einzuplanen, gerade bei leistungsorientierten Menschen ein wichtiges Hilfsmittel, um diese Phasen dann auch einzuhalten.

Diese Freizeitaktivitäten sollen dann auch nicht arbeitsähnlich durchgetaktet sein, sondern können neben gezielten sportlichen Aktivitäten oder Entspannungsmethoden auch aus bewußtem „Nichtstun“ bestehen.

Laufen – gut für Körper und Geist, und gut für die gesamte Belegschaft!

Interessante Neuigkeit für ambitionierte Läufer: Ganz frisch erschienen ist die erste Ausgabe des Magazins: “Laufen.de”, zu haben für 4,90 Euro.

Federführend für das neue Magazin ist Jan Fitschen, schnellster deutscher Marathonläufer mit 2:13:10, Läufer des Jahres 2012. Erscheint alle 2 Monate in Kooperation mit dem deutschen Leichtathletik Verband, in Verbindung mit dem Onlineportal www.laufen.de, und als besondere Idee: der Finisher club (www.finisher.club). Hier gibt es vergünstigte Anmeldungen zu besonderen Events und weitere Vorteile. Geht am 10.05.2015 an den Start.

Für gut befunden!

Wenn der Job krank macht… AOK-Fehlzeiten-Analyse 2014 vorgestellt

Laut der jetzt vorgestellten Fehlzeiten-Analyse der AOK fehlten die Lüneburger im vergangenen Jahr etwa 21 Tage wegen Krankheit im Job. Der Krankenstand der berufstätigen Lüneburger, die bei der AOK versichert sind, betrug damit in 5,7 %, und liegt 0,5% höher als im Bundesgebiet. Dabei variiert der Durchschnitt der Krankentage zwischen 49,8 Tagen bei Mitarbeitern in der Ver- und Entsorgung, und 4,7 Tagen bei Mitarbeitern in der Lehre und Forschung.

Ursachen für die Arbeitsunfähigkeit waren an erster Stelle Erkrankungen der Atemwege wie zum Beispiel grippale Infekte mit 20,2%, schon mit 17,7% folgen an zweiter Stelle Muskel-Skelett-Erkrankungen; psychische Erkrankungen wurden mit rund 11% verzeichnet. Dabei treten Muskel-Skelett-Erkrankungen vorrangig in Berufen mit höher körperlicher Belastung auf, während in dienstleistungsorientierten Berufen psychische Erkrankungen bestimmend für eine Krankschreibung waren.

Die AOK verweist in ihrem Bericht darauf, dass krankheitsbedingte Fehlzeiten zu erheblichen Kosten führen, und deshalb betriebliches Gesundheitsmanagement und eigenverantwortliche Gesundheitsmaßnahmen wichtig seien.

Messen, messen, messen…

Viele Firmen sind verständlicherweise ständig auf der Suche nach Daten, Fakten und Kennzahlen, die erfolgreiches ökonomisches (und zunehmend auch gesundes?) Arbeiten und Wirtschaften ermöglichen sollen.
Auch vor der eigenen Gesundheit macht die Jagd nach den richtigen Kennzahlen nicht halt: da wird zum Beispiel der Rücken vermessen (mit wissenschaftlich fragwürdigen Ergebnissen ohne hinreichende Aussagekraft, die oft die vermessenen Mitarbeiter mehr verunsichern als sie ihnen nützen); das Stressniveau wird versucht zu bestimmen, um ein mögliches burn out (sicher?) vorhersagen zu können; und Fitnesstracker überwachen unsere Bewegungs- und Ruhezeiten, ermuntern uns zu mehr Aktivität, und sagen uns, ob wir gut oder schlecht geschlafen haben (merken wir das nicht mehr selbst?).
Ein lesenswerter Artikel dazu ist im Kulturspiegel vom März 2015 erschienen.
Fazit: Vorsicht vor all denen, die auch ein Interesse an diesen Daten haben könnten, wie Werber und Versicherer…
Und den Hinweis auf eine Fitness-App, die die eigene Speicherung, Nutzung und Interpretation dieser Daten erlaubt, gibt es gleich noch dazu: www.nsoria.com

14. Tag der Rückengesundheit am 15. März 2015

„Sie haben es in der Hand – Rückenschmerzen bieten Chancen“ lautet das Motte des diesjährigen Tages der Rückengesundheit, der von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BDR) e.V. initiiert wird. Dabei spielt der Resilienzbegriff eine tragende Rolle.

Resilienz beschreibt dabei die Fähigkeit des Menschen, Krisen und Rückschläge nicht nur zu überstehen, sondern gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

„So kann auch das Auftreten von Rückenschmerzen als Anlass genommen werden, Einstellungen und Bewertungen zum Schmerz zu verändern und langfristig einen rückenfreundlichen Lebensstil zu führen“, meint Ulrich Kuhnt, Mitglied des BdR-Direktoriums.

Wie jedes Jahr bietet auch dieser Tag der Rückengesundheit wieder einen Anlass, das Thema betriebliche Gesundheitsförderung aktiv in Betrieben umzusetzen und mit Leben zu füllen.

Zum weiterlesen

neu: BAUA-Fachbuch Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung erschienen

BAUA-FachbuchDas neue Fachbuch, herausgegeben von der  Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, vermittelt Erfahrungen und Empfehlungen zur Gefährdungs-beurteilung psychischer Belastung.

Es enthält Beispiele „Guter Praxis“ und die Darstellung von Methoden sowie Porträts beispielhaft ausgewählter Instrumente und Verfahren.

Von Dr. Martin Resch sind in dem Band der Beitrag:  „Vorteile und Nachteile von Beobachtungsinterviews“ enthalten sowie eine Darstellung des KABA-Leitfadens. Als Beispiel „Guter Praxis“ beim Einsatz des KABA-Leitfadens wird der Einsatz des KABA-Leitfadens in den Stadtwerke Flensburg dargestellt.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Hrsg.) 2014. Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung. Erfahrungen und Empfehlungen. Berlin: Erich-Schmidt-Verlag, 39,90 €.

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen jetzt auch gesetzlich eindeutig festgeschrieben

In der letzten Sitzung des Bundestages vor der Sommerpause 2013 wurde das Arbeitschutzgesetz in Hinblick auf die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen präzisiert. Diese Änderungen sind am 25. Oktober 2013 durch die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft getreten. Im § 4 Nr. 1 des Arbeitsschutzgesetz heißt es jetzt:
„Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird.“
Um dies zu erreichen, muss der Arbeitgeber eine Beurteilung der mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen durchführen, um die notwendigen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu ermitteln. Die Liste der möglichen Gefährdungen wurde ebenfalls erweitert:
„Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch
1. Die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes,
2. physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,
3. die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit,
4. die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken,
5. unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten,
6. psychische Belastungen bei der Arbeit.“
(§ 5 (3) ArbSchG).
Umfragen zeigen, dass bislang nur etwa 20% der Unternehmen eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen durchgeführt hat. In Kleinbetrieben sind es sogar nur 6% der Unternehmen. Dagegen zeigt die 2009 durchgeführte „Europäische Unternehmensumfrage über neue und aufkommende Risiken“, dass 90% der Arbeitgeber die „Erfüllung gesetzlicher Verpflichtungen“ als wichtigsten Grund für eine Beschäftigung mit Arbeits- und Gesundheitsschutz benennen. Es bleibt zu hoffen, dass durch die Gesetzesänderung und weitere Initiativen im politischen Raum immer mehr Betriebe Aktivitäten starten, um die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten zu schützen und zu fördern.

Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz

Ein Literaturtipp für alle, die sich mit den Themen Gesundheitsförderung, Gesundheitsmanagement, Präventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz etc. auseinandersetzen möchten oder müssen. Cornelia Schneider (Dipl. Psychologin und Physiotherapeutin) informiert einerseits über Begrifflichkeiten und Standards in der betrieblichen Gesundheitsförderung und zeigt andererseits an verschiedenen Beispielen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Erschienen im Verlag Hans Huber; hier erhalten Sie weitere Informationen zum Buch!